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Letzte Aktualisierung: 21.01.2012

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Alle ein wenig wie Petrus

Bericht vom Weltjugendtag 2011 in Madrid


"Du  bist Petrus und auf diesem Felsen will ich meine Kirche errichten."
Dem Wort Gottes vertrauen und weiter über das Wasser gehen.
Die Aufgabe die damals Petrus zu Teil wurde, war am Ende auch eine kleine Probe für die über 1 Million Pilger die am diesjährigen Weltjugendtag in Madrid teilnahmen.
Nach 33 Stunden Busfahrt begann der  Weltjugendtag  für die 200 Pilger aus dem Bistum-Dresden-Meißen im schönen Soria.
Für die nicht ortskundigen, Soria liegt in der Diözese Osma Soria nördlich vom Madrid und ist die zweitkleinste Provinzhauptstadt Spaniens.


Herzlich wurden wir in dem kleinen Ort mit knapp 40.000 Einwohnern von den freiwilligen Helfern empfangen.
Nachdem wir leider feststellen mussten, nicht in Gastfamilien unterzukommen, richteten wir uns in unserem Massenquartier, einer Turnhalle ein. Hier schliefen wir für die Tage der Begegnung mit anderen Nationen zusammen.
An die etwas eigene Art der Organisation der Spanier sollten wir uns allerdings bis zum Ende des Weltjugendtages gewöhnen.
In der Woche der Begegnung in Soria hatten wir viel Zeit, junge Christen aus Litauen, Venezuela, La Rèunion und Spanien kennen zu lernen.
Mit vielen gemeinsamen Aktivitäten, sei es Gottesdienst, Katechese, singen, tanzen, Stadttour oder spielen, kam man sich schnell näher.
Neben der Spanischen lernte man so auch gleich die anderen Kulturen besser kennen. 
Am Samstagmorgen weckte uns dann Ralph Kochinka (Bistumsjugendseelsorger) mit seinem berühmten Hit „Buenos Dias ein neuer Tag", in den er mit viel Rhythmus alle wichtigen Infos für den Tag mitteilte. An dieser Stelle schon mal einen herzlichen Dank für diese tägliche Variante des Weckens. Einige werden es sicherlich vermissen, wenn sie wieder zu Hause in ihrer Heimat sind.
Zur Freude aller wurde uns an diesem Sonntagnachmittag ein kleiner Ausflug zu einem Badesee ermöglicht. Nach anderthalb Stunden kühlem Nass ging es zurück nach Soria zum Abendprogramm. In einem stillen Marsch mit Kerzen durch die Stadt fand dann am Abend eine Vigil auf dem Marktplatz statt. Diese Vigil ermöglichte uns allen sich schon einmal auf Madrid einzustimmen sowie die Ereignisse der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Am Montag hieß es dann nach der Sendungsmesse auf dem Plaza de Mayor auf nach Madrid.
Nach einer vergleichsweise kurzen Busfahrt erreichten wir unser Ziel.
Die spanische Hauptstadt Madrid begrüßte uns mit angenehmen 37 Grad.
Auch in Madrid sollte uns gleich zu Beginn eine neue Überraschung erwarten.
Unser Quartier für die nächsten Tage sollte nicht etwa größer werden.
Wir kamen in einer Grundschule unter. Dort bekamen wir die Möglichkeit als Gruppe noch enger zusammen zu rücken, indem wir uns auf 2 Etagen und unter freiem Himmel zum schlafen verteilten. Doch auch die 4 Duschen, die draußen auf dem Hof auf uns warteten, konnten die gute Laune der Gruppe nicht verderben.
Mit unserer speziellen Essenkarte fanden wir nach längerem Suchen entsprechende Lokalitäten, um unsere Gutscheine einzulösen. Zu gleicher Zeit mussten die Pilger aus Meißen und Dresden immer noch ein Quartier suchen. Der Bus "Meißen" wurde bei uns aufgenommen, und "Dresden" bekam für diesen Abend erst einmal ein Notfallquartier. Gott sei Dank fanden  am Ende alle einen Schlafplatz in Madrid.
Mittwoch sollte es dann endlich richtig losgehen in Madrid.
Nach allseits bekanntem Frühstück und kurzen Anweisungen ging es in großer Bistumsgruppe zur ersten Katechese.
Nach kurzem Fußmarsch waren wir fast die ersten in der Kirche und warteten gespannt auf die restlichen Pilger und auf Kardinal Schönborn. Die Katechesen für die 3 Tage wurden vom Bistum Mainz vorbereitet. An dieser Stelle vielen Dank an das Bistum Mainz für die Gestaltung der Katechesen.
Schnell füllte sich die Kirche mit Pilgern aus Österreich und anderen Bistümern in Deutschland. Alle freuten sich schon darauf endlich entspannt und ohne Sprachhürden den Worten von Kardinal Schönborn und den verantwortlichen aus Mainz folgen zu können.
Kardinal Schönborn fand mit seiner entspannten Art und Weise schnell Bezug zu den Jugendlichen und konnte ihnen seine Botschaft schnell übermitteln.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Begrüßung des Papstes.
Ganz Madrid freute sich auf den Heiligen Vater: Der Weg zur Katechese wurde uns durch Polizeiabsperrungen sowie wartenden Pilger an der Straße erschwert, da der Papst unsere Wege kreuzen sollte. Nach der Katechese mit Bischof Bode hatte man bis zur offiziellen Begrüßung des Papstes am Abend noch viel Zeit.
Durch die zahlreichen Angebote die uns Pilgern ermöglicht wurden kam man voll auf seine Kosten. Für jeden war etwas dabei ob Konzerte, Sehenswürdigkeiten oder Liturgieangebot. Am Abend wurde der Papst dann von 500.000 Jugendlichen frenetisch begrüßt.
Am Freitag war dann die letzte Katechese unter dem Weihbischof aus Mainz. Am Ende der 3 Tage fanden fast alle die Katechesen interessant. Viele sagten auch das sie auf Grund der Katechesen, etwas nach Hause mit nehmen können. Durch die Gespräche bei den Katechesen wurde das Weltjugendtags Motto „Verwurzelt in Jesus Christus und auf ihn gegründet fest im Glauben" gut herausgearbeitet und hat vielen ermöglicht, gestärkt im Glauben nach Hause zu fahren. Am Nachmittag fand in der Stadt der Kreuzweg statt.
Dank moderner Technik und unserem deutschsprachigen Magnificat konnten wir die Texte, Gebete sowie Gesänge des Kreuzweges gut verfolgen.
Am Samstag war es dann soweit! Es ging auf den Flugplatz Cuatro Vintos.
Mit Schlafsack, Isomatte und ausreichend zu trinken zogen wir mit fast 1 Million anderen Pilgern zum Platz der Abschlussmesse. Dort angekommen ging es ganz nach dem Motto: „Platz ist in der kleinsten Hütte" zu unserem zugewiesenen Areal. Nachdem Schattenplätze und Schlafplätze eingerichtet waren hieß es, in brütender Hitze abwarten und Wasser trinken. Dank der netten Feuerwehr, die regelmäßig für Abkühlung sorgte, ließ sich die Wärme einigermaßen aushalten. Ein Manko dabei war nur, dass für kurze Zeit die Trinkwasserversorgung streikte und sich so der ein oder andere Pilger der Hitze ergeben musste. Nachdem sich alle etwas Abkühlung gewünscht hatten, wurde unser Wunsch von Petrus erfüllt. 
Doch egal wie sehr Regen und Wind uns um die Ohren bliesen, es war eine beeindruckende Atmosphäre während der Vigil auf dem Feld. Als es dann heftiger zu stürmen anfing und einige Leinwände ihren Geist aufgaben, wurde die Vigil für einige Minuten unterbrochen. Zum Glück passierte beim Einsturz einiger Kapellen auf dem Platz nichts Schlimmeres. Schade war nur, dass dadurch die Hostien für den nächsten Tag wortwörtlich im Wasser lagen. Nach aufregender Nacht und ein wenig Schlaf entschieden wir uns alle nach kurzer Überlegung dafür, auf jeden Fall auf dem Platz zu bleiben und die heilige Messe mit Papst Benedikt zu verfolgen. Als der Papst dann an den Massen vorbei fuhr, schienen die Strapazen des letzten Tages wie vergessen. Dank deutschsprachigen Radios konnten wir die Worte Benedikt dem XVI gut verfolgen und hatten eine schöne Messe – auch ohne heilige Kommunion. Alle, die zu dieser Zeit schon voreilig die Heimreise angetreten hatten, werden sich wohl heute noch ärgern, diesen letzten entscheidenden Akt eines WJT nicht miterlebt zu haben. Der nächste Weltjugendtag - verkündete der Papst - wird 2013 in Rio de Janeiro in Brasilien stattfinden. Nur wenige können sich vorstellen, nicht zum nächsten WJT zu fahren. Für die meisten ist es eher ungewiss, ob Zeit und Geld es in 2 Jahren zulassen, dem riesigen Glaubensfest bei zu wohnen.
Auch wenn nicht bei jedem alle Erwartungen erfüllt werden konnten nimmt wohl jeder etwas mit nach Hause. Das wir alle so einen schönen WJT hatten und nun am Ende gesund wieder in der Heimat angekommen sind haben wir nicht zuletzt der aufopferungsvollen Arbeit aller Verantwortlichen zu verdanken.
Damit wir den Weltjugendtag in vollen Zügen genießen konnten hatten Jugendseelsorger und Priester alle Hände voll zu tun dies zu ermöglichen -DANKE-
Auch wenn die spanische von der deutschen Organisation weit auseinander liegen, sollten wir alle froh sein Teil des größten Glaubensfestes gewesen zu sein.
Kardinal Schönborn mahnte uns: „Seht nicht nur das Schlechte. Seid vor allem auch dankbar für das, was euch gegeben wurde". Bei einem großen Ereignis, wie es der Weltjugendtag ist, sollte nicht ausschließlich Organisation sondern die Gemeinschaft im Vordergrund stehen.
Überwiegt doch bei uns die Freude über ein einmaliges Ereignis, welches uns alle ein kleines, oder auch großes Stück, im Glauben tiefer mit Christus verwurzelt und zusammenrücken lässt. Dies haben einige Berichterstatter leider außer Acht gelassen. Auch wenn nicht alles ganz optimal verlief, sollte man nicht nur über die negativen Seiten eines Glaubensfestes der jungen Christen aus aller Welt berichten, sondern auch über das, was einen Weltjugendtag ausmacht, nämlich den Glauben und die Gemeinschaft in Jesus Christus. 
Denn am Ende sind wir alle ein wenig Petrus und ein Fels, auf den Gott seine Kirche baut.

Maximilian Metsch

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Fotos: M. Ullmann

 

 

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